Durch die Anstandstür

Ich weiss gar nicht bei wem ich beginnen soll. Bei der Mutter und wie sie wohl empfinden muss, oder bei diesem Vater? Eigentlich mag ich ihn gar nicht als solchen bezeichnen.  Trotzdem, irgendwann muss es mal so etwas wie Liebe zwischen dieser Frau und diesem Mann gegeben haben. Denn von Retorte oder von einer Besenkammer, davon stand nichts in der Teletextmeldung, welche ich gestern las.
Diese Frau und dieser Mann haben eine Tochter. Genaueres weiß ich nicht. Nur, dass dieser Mann, der vor Gericht ging, nun diesen Rechtstreit verloren hat. Das Gerichturteil lautet, dass er der Vater, der sich kürzlich entschied als Mönch in ein Kloster zu gehen,  trotzdem Unterhalt für sein Kind bezahlen muss. Wenn es kein Einkommen gibt, wird wohl so wie in allen anderen Fällen, der Staat einspringen und Vorschuss leisten.

Das das Leben kein rosarotes Märchen ist, die Liebe nicht immer ein ewiges Wunder, nicht alle Mütter und Väter bis ans Lebensende zusammenbleiben, wissen wir seufzend.

Aber es gibt Menschen, die ob zusammen oder getrennt, jede Drecksarbeit annehmen um die Familie, das Kind, die Kinder, durchzubringen. Das Kindergartengeld, die Zahnspange, die Nachhilfe, Kleidung, Essen, ein schönes Weihnachtsfest, später dann vielleicht eine gute Ausbildung. Manche nehmen einen Zweitjob an, sitzen Samstags irgendwo an einer Kassa, halten miesepetrige Menschen aus, nur um Miete und Schullandwoche begleichen zu können.

Es gibt aber auch jene, die alles tun um sich irgendwie davor zu drücken. Aber ein Check in im Kloster?  Das ist eine neue Variante. Hoffentlich macht das nicht Schule.
Dann würde ich nämlich allen Klöstern eine Sicherheitskontrolle empfehlen. So eine Art Charaktertür, bei der ein Lämpchen Alarm schlägt wenn jemand ohne Anstand und Gewissen eintreten möchte.

Möge das himmlische Gericht ihm mal verzeihen, das weltliche hat jedenfalls richtig entschieden.

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Über andrea

Geschichten aus dem Alltag
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7 Antworten zu Durch die Anstandstür

  1. Anna-Lena schreibt:

    Nun, es soll ja die Spätberufenen geben, die dann eben später beim Eintritt Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam geloben. In diesem Fall würde ich dem guten Mann erst einmal keine Flucht vor Unterhaltszahlungen unterstellen.

    Wenn einem Priester ein solches Unterfangen blüht, zahlt die Kirche eigentlich an Kind und Frau. Das müsste hier eigentlich auch so sein.

    Drum prüfe, wer sich ewig bindet….. :mrgreen: .

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  2. ittagebuch schreibt:

    Verrückt…

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  3. miesvandenbergh schreibt:

    Der „übliche“ Weg wäre, falls ein Gericht Unterhalt bestimmt hat, dem Vater ein fiktives Einkommen aus seinen letzten Einkünften anzurechnen, daraus eine Forderung zu stellen, und bei Nichterfüllung von Mahnung über Pfändung bis hin zu Beugehaft und Haft anzuordnen. (Fall aus Düsseldorf, nur dass der Vater da nicht ins Kloster ging)

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