Patch „work“

Die Märchen aus Kindertagen versprachen uns die Liebe die ewig hält. Später in den Hochglanzmagazinen geblättert und über die Liebe, Sommer, Sonne, Champagner, und wenn sie nicht geschieden sind, streiten sie noch heute, gelesen. Die Dämmerung dass oft mehrere Frösche geküsst werden müssen, und das dies auch andere mit dem gleichen tun.

Eine berühmte Schauspielerin, drei Kinder von drei Männern. In ihren Filmen spielte sie meist eine starke Frau, eine die das Leben schupft, auf falsche Frösche trifft und am Schluss doch den richtigen bekommt. Eine die alles meistert, das Glück, das Unglück, die Liebe, die Scheidungen, oder eine ganze Kinderschaar. Die Rollen wurden zu ihrem Leben. Patchworkfamilie hoch drei.

Wie anstrengend muss das sein. Immer so tun als wäre alles happy peppy. Als würde einem das neue Glück der Ehemaligen nichts ausmachen.  Die neuen Frauen, die neuen Kinder, frei Haus geliefert. Und immer lächeln, so tun als wär es das normalste der Welt, ja nicht zuzugeben das man der Neuen gerne auch mal die Augen auskratzen würde. Nein, nicht weil man den Frosch noch will, aber eine andere soll ihn irgendwie auch nicht haben dürfen. Die verliebten Blicke sehen, die mal einem selbst gegolten haben. Die neuen Kinder zuhause willkommen heißen, los spielt schön miteinander. Hunderte von Fragen lösen. Wann fährt wer mit wem auf Urlaub, wann holt wer wen vom Sportunterricht ab, wo wird Weihnachten gefeiert, wo der Geburtstag, wer übernachtet wann und wo.  Auf alle Animositäten der Patchworkmitglieder Rücksicht nehmen, nur nicht auf sich selbst.

Die berühmte Schauspielerin hat diesen Wahnsinn irgendwann nicht mehr ausgehalten. Immer stark sein, immer das Herdentier sein, wie sie sagte, immer alles checken, dazu Champagner trinken und auf Familienfesten und roten Teppichen kräftig lächeln. Das Champagnerquantum wurde erhöht, und die Hochglanzmagazine schrien vor Glück. Schauspielerin mit Promille in Unfall verwickelt.
Tja, das Pech wenn man berühmt ist, oder das Glück das es aufgeflogen ist. Vielleicht die Chance, wie nach einem Grubenunglück wieder ins Licht zu treten.

Liebe M., kurz nach der Geburt deines dritten Kindes hat dich mal eine Tussi Reporterin nach deinen Diätplänen gefragt. Du hast geantwortet, ein Baby will doch keine nervenkranke Mutter. Ich hätte dich umarmen können für diesen Satz.
Ich hoffe das dies jemand anderer tut, und dir in Erinnerung ruft, nicht immer perfekt sein zu müssen.

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Über andrea

Geschichten aus dem Alltag
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