DIY Hochkonjunktur

Ende der siebziger Jahre wurde das Do it yourself Zeitalter mit dem Einzug des (besonders beim weiblichen Geschlecht) so beliebten gelb blauen Möbelhauses eingeläutet. Es war damals nicht nur günstig sondern auch schick die erste eigene Wohnung mittels Holmstocks, Malmös oder Borggötes Bauteilen zu einer Wohnung werden zu lassen. Und auch heute noch werden Pakete nach Hause geschleppt, es wird geschraubt, gehämmert, gesteckt, und danach massenhaft Papier und Kartonagenmüll entsorgt. Notwendig dafür ist lediglich ein Schraubenschlüssel und manchmal auch eine männlich handwerklich begabte Hilfskraft, die während dem Suchen nach der richtigen Schraube mit nicht jugendfreien Ausdrücken seine Abneigung gegen genau dieses Möbelhaus zu verstehen gibt. Aber es war trotzdem das  bahnbrechende Pilotprojekt in Sachen DIY Möbelbau, und mancherorts auch die erste Beziehungsbewährungsprobe.

Es folgte der Computer, und mit ihm die Komfort Zone der DIY online Flugbuchungen und der Online Banking Überweisungen. Einfach am Küchentisch in die Tasten klopfen und mal Bangkok buchen oder den Strafzettel einzahlen, daneben brutzelt das Sonntags Schnitzel in der Pfanne.

Abseits der DYI Komfort Zone können jedoch folgende Tätigkeiten sein:

-selber tanken plus Öl und Wasser nachfüllen, anstatt einfach nur das Seitenfenster runterzukurbeln.

-am Hauptbahnhof eine ÖBB Fahrkarte inklusive Umsteigen in Attnang Puchheim plus Vorteilscardermäßigungsabzug am Automaten programmieren und drucken, da um 18:45Uhr – zu nachtschlafender Zeit – keine Schalter mehr geöffnet haben.

-wie immer am letzten Drücker am Flughafen sein und unter Anspannung und nervösem Kramen nach dem Reisepass selber einchecken so dass vier Personen mit unterschiedlichen Buchungscodes trotzdem nebeneinandersitzen. (müssen wir irgendwann auch unsere Koffer selber ins Flugzeug hieven?)

-an einer Kassa die gekaufte Ware selber scannen ohne für diese Dienstleistung einen gschmalzenen Rabatt zu bekommen.

So als Allroundgenies die wir nun alle wurden, könnten wir die Regierungsarbeit eigentlich auch gleich mit übernehmen, und zum Beispiel über die hohe Arbeitslosenzahl tüfteln.

hmm…

 

 

Über andrea

Geschichten aus dem Alltag
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